Du wirst ihn in vollkommenem Frieden bewahren
„Du bewahrst den in vollkommenem Frieden, dessen Sinn auf dich gerichtet ist; denn er vertraut auf dich“ (Jesaja 26,3). Die Worte „Frieden“ und „Ruhe“ scheinen eng verwandt, obwohl sie unterschiedlich sind. Ohne Frieden kann man keine Ruhe finden. Es gibt ein Leben, das man ohne diesen Frieden niemals erreichen kann. Doch wie erlangt man diesen Frieden? Er ist nicht jedem zuteil – er ist für den, dessen Sinn auf Gott gerichtet ist. Vertrauen ist der Schlüssel. Wenn ein Mensch Gott vertraut, drückt sich dieses Vertrauen in Gehorsam aus. Vertrauen ebnet den Weg zu einem erfüllten Leben. Es schenkt Stabilität.
Als Salomo regierte, herrschte Frieden. Und dank dieses Friedens erblühte das Land. Der Reichtum wuchs. Das Volk gedieh. In dieser Zeit wurde der große Tempel erbaut. Warum? Weil Frieden ein Umfeld schafft, in dem sich Dinge entwickeln können. Konflikte hingegen hemmen den Fortschritt. Man kann nicht bauen, wenn Krieg herrscht. Man kann nicht pflanzen, wenn das Schwert erhoben ist. Wie können wir also in Frieden leben, wenn wir uns umschauen und nichts als dämonische Angriffe und ständige Attacken des Teufels sehen?
Die Antwort liegt in einem genauen Blick auf das Leben Salomos. Salomo genoss Frieden, weil David vor ihm Kriege geführt hatte. David hatte die Feinde besiegt. Er legte den Grundstein für den Sieg, und Salomo erntete die Früchte dieser Arbeit. Ebenso leben wir in Frieden, weil Christus den Kampf bereits für uns ausgefochten hat. Der Krieg war real, und der Preis dafür war sein Blut. Doch nun gibt es für alle, die glauben, ein Erbe des Friedens.
Doch nicht jeder lebt in diesem Frieden. Obwohl Jesus ihn geschenkt hat, erfahren ihn viele nicht. Warum? Weil sie ihm nicht vertrauen. Die Verheißung ist eindeutig: „Du bewahrst den in vollkommenem Frieden, dessen Sinn auf dich gerichtet ist.“ Eine andere Übersetzung lautet: „Denjenigen, der fest im Herzen ist, bewahrst du in vollkommenem Frieden, weil er dir vertraut.“ Es gibt eine innere Haltung, die den Zugang zum Frieden ermöglicht. Und viele Gläubige bleiben ausgeschlossen – nicht weil Gott sie verleugnet hätte, sondern weil ihr Sinn nicht auf ihn gerichtet ist.
Hebräer 4,11 sagt: „Lasst uns also eifrig danach streben, in diese Ruhe einzugehen…“ Es gibt eine Anstrengung, die zu Ruhe führt. Keine Anstrengung der Werke, sondern eine Anstrengung der Identitätsfindung. Viele kämpfen, weil sie nicht wissen, wer sie sind. Sie glauben den Lügen des Feindes. Sie lassen sich von falschen Botschaften leiten. Sie wandeln in Angst, nicht im Glauben. Sie reagieren auf die Stimme der Schlange (Täuschung und Lügen), anstatt in der Stimme des Hirten Ruhe zu finden.
Frieden bedeutet Wohlbefinden. Er bedeutet Vollständigkeit. Kolosser 2,10 sagt uns: „In ihm seid ihr vollkommen.“ Wer in Christus ist, ist ganz. Doch diese Vollständigkeit erlangt man nur, wenn der Verstand von der Wahrheit geleitet wird. Man muss seinen Verstand bewahren. Man muss ihn auf das Himmlische richten.
findet sich das Wort „ shalem “, das besagt: „Euer Herz sei also ungeteilt (shalem) vor dem Herrn, unserem Gott…“ Dieses Wort beschreibt Ganzheit, Vollkommenheit und Vollständigkeit. Genau diese Herzenshaltung wünscht sich Gott: ein vollkommen ausgerichtetes Herz, ein Herz, das in sich ruht, ein Herz, das vertraut. Viele schieben Dinge auf und sind unsicher im Leben, doch wer vertraut, steht fest und voller Zuversicht.
Doch wie gelingt es, den Geist auf Gott zu richten? Man bittet darum. Man betet. Man unterwirft sich ihm. Man fastet. Und genau das tun wir auch jetzt. Am dritten Tag unseres Gebets und Fastens ist unser Flehen einfach: „Vater, hilf mir, meinen Geist auf dich zu richten. Gib mir Halt. Konzentriere mich. Richte mich auf dich aus.“ Denn Frieden ist ein Ort. Er ist eine Heimat. Er ist kein Gefühl, sondern ein Ort. „Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen“ (Psalm 91,1).
Der Friede hat einen Namen. Sein Name ist Jesus. Und wenn du in ihm wohnst, findest du Ruhe. Wenn du ihm vertraust, bist du geborgen. Das Kreuz ist unser Sieg. Das Blut ist unser Zugang. Und die Gesinnung Christi ist unser Kompass. So beten wir heute: „Vater, hilf mir zu erkennen, was für mich am Kreuz getan wurde. Hilf mir, in Frieden zu wandeln. Hilf mir, Ruhe zu finden. Hilf mir, jede falsche Behauptung, jede Lüge und jede Täuschung des Feindes zum Schweigen zu bringen.“
Viele sind gefesselt, nicht weil sie gefesselt sein sollten, sondern weil sie nicht wissen, wer sie sind. Viele kämpfen nicht, weil noch ein Kampf zu kämpfen ist, sondern weil sie ihre Bestimmung noch nicht erkannt haben. Möge dein Sinn auf Ihn gerichtet sein. Möge dein Herz vor Ihm rein sein. Und mögest du in vollkommenem Frieden weilen.
Im Namen Jesu.