Frustration und die Kraft des Ziels

Frustration im Leben entsteht oft dadurch, dass man seinen Lebenssinn nicht erkennt oder versteht. Jona befand sich in der entgegengesetzten Richtung, wohin Gott ihn berufen hatte, was zu Schwierigkeiten führte, weil er Gottes Absichten missverstand (Jona 1,1-3). Ähnlich erleben viele Menschen heute Frustration, nicht weil sie als Teil ihres Lebensweges vorgesehen ist, sondern weil sie Gottes Willen für ihr Leben falsch interpretieren oder missverstehen.

Die Bibel sagt: „Wo keine Vision ist, geht das Volk zugrunde“ (Sprüche 29,18). Was ist Vision? Vision ist Gottes Wille, sein Plan und sein Traum für dich. Menschen gehen zugrunde, wenn ihnen die Vision fehlt, weil sie nicht mit Gottes Plan für ihr Leben im Einklang stehen. Die Bibel sagt auch: „Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten die Bauleute vergeblich“ (Psalm 127,1). Das zeigt, dass Frustration, Eitelkeit und Unzufriedenheit oft daher rühren, dass man nicht mit Gottes Plan im Einklang steht.

Wie also richtet man sein Leben nach Gottes Plan aus? Die Bibel sagt: „Eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden“ (Matthäus 7,14). Der schmale Pfad erscheint oft schwer zu begehen, doch nicht das Gehen selbst ist schwierig, sondern die Suche danach. Gottes Wille offenbart sich häufig dort, wo wir unsere Komfortzone verlassen müssen. Nehmen wir zum Beispiel die Israeliten: Gott versprach ihnen das Land Kanaan, doch es war von Riesen bewohnt (4. Mose 13,30-33). Es wäre leicht gewesen, an Gottes Versprechen zu zweifeln, besonders wenn sie sich auf die Riesen konzentriert hätten. Doch die Riesen gehörten zum Plan. Widerstand bedeutet nicht, dass Gott dich nicht berufen hat.

Der Weg ist deshalb so schmal, weil viele Menschen nicht bereit sind, den Preis zu zahlen, der nötig ist, um ihre Bestimmung zu erfüllen. Eine hohe Berufung hat immer ihren Preis, aber dieser Preis ist nicht dein eigener – er ist Gottes. Viele glauben, dass es schwierig sein muss, um Gottes Willen zu folgen. Doch die Bibel sagt: „Gehorsam ist besser als Opfer, und Hören ist besser als das Fett von Widdern“ (1. Samuel 15,22). Opfer bringen zwar Entbehrungen mit sich, aber Gehorsam schenkt dir den Segen. Viele leben nicht in Gottes Segen; sie nahmen an, er wolle Opfer, wo er doch nur Gehorsam wollte. Sie haben sich Gottes Führung nicht vollständig unterworfen.

Betrachten wir die Geschichte Davids. Als der Prophet Samuel zu Isais Haus ging, um den nächsten König zu salben, wurde David zunächst nicht in Betracht gezogen (1. Samuel 16,1-13). Obwohl seine Brüder anwesend waren, hatten sie nicht dieselbe Ausbildung wie David genossen. David war aufgrund seiner Zeit als Hirte geeignet. Seine Brüder hätten zwar gewählt werden können, da die Königswürde dem Haus Juda zustehen sollte, doch ihre mangelnde Vorbereitung schloss sie von der Verheißung aus. Beim Hüten der Herde lernte David wichtige Lektionen: Ein König muss sowohl Hirte als auch Krieger sein. Seine Erfahrung in der Verteidigung seiner Schafe, indem er Löwe und Bär tötete, bereitete ihn darauf vor, Goliath zu besiegen (1. Samuel 17,34-37). Gott führt dich immer durch eine Zeit der Vorbereitung, um dich für deine Aufgabe auszurüsten.

Wenn du dich der Vorbereitungszeit widersetzt, fehlt dir die nötige Stärke, um das, was Gott in der kommenden Zeit bewirken will, zu erfüllen. Vor jeder Phase ermöglicht Gott dir eine Vorbereitungszeit, um dich auf das Kommende vorzubereiten. Davids Vorbereitung umfasste Anbetung, die sein Herz für Gottes Stimme öffnete (Psalm 23,1; 2. Samuel 6,14). Jede Erfahrung, die David machte, rüstete ihn für die Aufgabe, die Gott für ihn vorgesehen hatte.

Viele von euch sind vielleicht frustriert, weil ihr euch in eurer Vorbereitungszeit nicht vollständig Gottes Führung anvertraut habt. Jeder Weg ist von einer bestimmten Anweisung begleitet. In welcher Phase befindet ihr euch also? Seid ihr in der Phase der Ausbildung oder in einer Phase, in der ihr Gottes Führung anwenden sollt?

Eine weitere Herausforderung für viele Christen besteht darin, ihre Erwartungen realistisch einzuschätzen. Die Bibel sagt: „Die Hoffnung der Gerechten wird nicht zunichte gemacht werden“ (Sprüche 23,18). Doch wer sind die Gerechten? Ein gerechter Mensch steht in einem rechten Verhältnis zu Gott, das heißt, er ist mit Gottes Willen und Absicht im Einklang. Seine Erwartungen sind nicht nur seine eigenen; es sind Gottes Erwartungen, die ihm durch die Übereinstimmung mit seinem Willen ins Herz gelegt wurden.

Die Erwartungen der Gerechten werden niemals enttäuscht, weil sie so ausgerichtet sind, dass sie Zugang zu Gottes Verheißungen erhalten. „Denn ich kenne die Pläne, die ich für euch habe“, spricht der HERR, „Pläne des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und Hoffnung zu geben“ (Jeremia 29,11). Gott hat eine Verheißung für dich, doch nur wer bereit ist, sich seiner Führung zu unterwerfen, kann das Erbe empfangen, das er für dich bereitet hat. Ich wünsche mir, dass du dieses Erbe empfangen kannst, und ich glaube, dass du es erhalten wirst, wenn du dich an Gottes Willen ausrichtest.

Gott segne dich.

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